Virtuose Klänge und Standing Ovations: Symphonieorchester der deutschen Lions begeistert in Melsungen mit Benefizkonzert

Einen besonderen Hörgenuss hat das Symphonieorchester der deutschen Lions in die Melsunger Stadtkirche gebracht. Die rund 40 Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Markus Fohr unterstützt von dem Nachwuchstalent Mi-Helen Horn an der Violine haben ein klassisches Konzert zugunsten der musikalischen Jugendarbeit in Melsungen gegeben. Die rund 175 Musikliebhaber konnten Werke von Emilie Mayer, Felix Mendelssohn Bartholdy und Antonin Dvorák genießen.

“Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, dass Orchester nach Melsungen zu holen”, so Corinna und Wolfgang Margraf vom Lions Club Melsungen, die das Konzert gemeinsam mit den Mitgliedern des Clubs maßgeblich organisiert hatten. Dies ist umso bemerkenswerter, da die Orchestermitglieder ehrenamtlich spielen und die Auftritte dadurch sich auf maximal zwei bis drei Anlässe pro Jahr beschränken.

Das Konzert

Den Konzertauftakt bildete die Faust-Ouvertüre von Emilie Mayer. Sie gilt als eine der vielseitigsten deutschen Komponistinnen des 19. Jahrhunderts. Ihre Werke, lange Zeit in Vergessenheit geraten, werden seit kurzem wiederentdeckt. In der Faust-Ouvertüre zeichnet sie ein Porträt von Goethes Faust und verarbeitet dessen Unruhe und innere Zerrissenheit in einer zu Beginn dunkeln Partitur, welche sich dramaturgisch steigert und in der musikalischen Verarbeitung der Rettung Gretchens zum Ende erhellt und auflöst. 

Ein Höhepunkt des Konzerts bildete das Violinkonzert in e-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy. Die 17-jährige Mi-Helen Horn verlieh dem wohl bedeutensten Violinkonzert der Romantik unterstützt vom Symphonieorchester als Solistin eine derartige Strahlkraft, dass das Publikum stehend applaudierte. „Ich war vor dem Konzert furchtbar aufgeregt, war es doch auch für mich eines meiner ersten großen Solokonzerte“, so Mi-Helen Horn. Aufregung, die man dem Talent nicht angemerkt hat. Die Violine klang perfekt verwoben mit dem Orchestervon leidenschaftlich, gefühlvoll bis hin zu lyrisch und leichtfüßig. Mit einem Violinkonzert von Bach als Zugabe verabschiedete sich das Nachwuchstalent vom begeisterten Publikum.

Den Abschluss des Konzerts bildete die Symphonie Nr. 8 in G-Dur von Antonin Dvorák. Der berühmte tschechische Komponist komponierte das Werk im Sommer 1889 auf seinem Sommerdomizil. Die Inspiration durch die Natur und der böhmischen Volksmusik sind dem Stück regelrecht anzuhören. Leise Flötenmelodien, tiefe Streicher und Violincello, warme Holzbläsereinsätze, dramatische Trompetengeschmetter bis hin zu walzerhaftem Spiel, welches an böhmische Volkstänze erinnert, spiegeln die komplette Bandbreite der Symphonie wider. Die Musikerinnen und Musiker des Lions Orchester setzen diese Gefühlswelt Dvoráksmeisterhaft musikalisch um und verdichten diese furios im musikalischen Finale unter vollem Orchestereinsatz. Die hervorragende Akustik der Stadtkirche tat ihr Übriges und ermöglichte so dem Orchester und der Musik, ihre volle Kraft zu entfalten. Das Publikum dankte es den Musikerinnen und Musikern mit langanhaltendem, stehendem Applaus. Damit fand einaußergewöhnlicher Konzertabend seinen furiosen Abschluss, der das Publikum nachhaltig begeisterte.

Konzerterlöse für die musikalischer Förderung von Kindern 

Die Konzerterlöse sind für den „Verein zur Förderung der Kirchenmusik in der evangelischen Kirche e. V.” bestimmt, der den Kinder- und Jugendchor unterstützt. Damit soll die musikalische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vor Ort in Melsungen und der Region intensiviert werden. Das Benefizikonzert wurde durch die Hilfe vieler Seiten ermöglicht. So verzichtete das Orchester der Deutschen Lions auf eine Gage. Unterstützt wurden die Melsunger Lions von der Harmonie Musik Melsungen e. V., deren Mitglieder beim Auf- und Abbau mit anpackten sowie von der evangelischen Kirchengemeinde Melsungen, die die Stadtkirche als Veranstaltungsort zur Verfügung stellte.

Die Stadtkirche bildet übrigens auch das neue Motiv der Lions Weihnachtskugel 2026, die anlässlich des Konzerts vorgestellt wurde und erstmals erhältlich war. Damit wird die beliebte Serie regionaler Wahrzeichen fortgesetzt. In den vergangenen Jahren zierten die Felsburg, das Melsunger Rathaus, das Schloss Spangenberg und die Bartenwetzerbrücke die Weihnachtskugeln. Alle Motive wurden im Töpferhaus Melsungen liebevoll mit viel künstlerischem Engagement gestaltet. Die Weihnachtskugel wird wieder in der kommenden Adventszeit auf den Weihnachtsmärkten in Melsungen, Spangenberg sowie in verschiedenen Stellen des Einzelhandels erhältlich sein.